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Werke von Haydn, Ravel und Schumann erfreuten die Zuhörer

(bro) (khm) Werke von Haydn, Ravel und Schumann musizierte im gut besuchten Eberbacher Kunstfreunde-Kammerkonzert am vergangenen Freitag im evangelischen Gemeindehaus das Morgenstern Trio mit Catherine Klipfel (Klavier) Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello), die schon 2008 als vom Deutschen Musikrat geförderte Junge Künstler hier aufgetreten waren.

Wenn der Trio-Namensgeber Christian Morgenstern Musikhören metaphorisch einem ’Rein-Baden vom Staub der Sorgen im Reich der Töne’ gleichsetzte, durfte man das durchaus auch hier so empfunden haben. Schon das Hören des Haydn-Trios (C-Dur Hob. XV:27, 1793/94) bewirkte das, meisterhaft vorgetragen in seiner ganzen kompositorischen Qualität. Wenn der stets experimentierfreudige Haydn im ersten Satz, der gleichzeitig ein Variationensatz und ein Rondo mit Ritornell und Zwischenspielen ist, kunstvolle Komposition und Klangwunder kombiniert bot, dann gelang es dem Trio, mit seinem perfektem Können und seiner Musizierlust diesen Eindruck auch zu vermitteln. Nach dem wiegenliedartig beruhigten langsamen Satz dann das ausgedehnte Presto, nach Haydn ’in the German style – im deutschen Stil’ stehend, d. h. etwa in Art eines Wiener Ländlers. Seine musikantisch tänzerische Darbietung gefiel ausnehmend, und das auch wegen der einkomponierten, humorvoll unrhythmischen Stellen, die wohl einen realen ländlichen Tanz suggerieren sollten.

Unchronologisch ging es vor der Pause weiter mit Ravels einzigem Klaviertrio (a-moll, 1914). Es hätte wegen seines effektvollen Finales durchaus den Schluss bilden können, den man aber einem Publikumsliebling, dem ersten Schumann-Klaviertrio einräumte. Ravel fühlte sich immer den Empfehlungen seiner Studienzeit verpflichtet, “acht Takte schreiben zu können, die man auch ohne Begleitung singen könne.“ So verließ er nie den Boden des Melodischen, verlangte von allen Interpreten aber höchste Einfühlung und Virtuosität, um die sangbare, aber auch sehr artifizielle Partitur auszuführen. So vollführten die Streicher Spiel in höchsten Lagen, rasante Arpeggien und gedoppelte Läufe bei polyrhythmischen Satzstruktur in bewundernswerter Weise im Wechselspiel mit der Pianistin, die mit kraftvollem Anschlag, sicherer Rhythmik und stupender Geläufigkeit glänzte. Nach den brillant gestalteten ersten beiden Sätzen folgte die breit angelegte Passacaille mit ihren zehn Variationen. Sie war in ihrer über den Satzverlauf an- und abschwellenden Struktur und den wechselnden Themenübernahmen und kunstvollen begleitenden Umspielungen gut vorgeführt. Auch der Flügel zeigte sich den vielen tiefen Bassstellen von seiner besten Seite. Der glanzvolle Schluss ’Final. Animé’ wurde wie selbstverständlich zum eindrucksvollen Kehraus, virtuos und auch orchestral klingend.

Zum Abschluss sorgte Schumanns bedeutendes Trio Nr. 1, d-moll (1847), leidenschaftlich bewegt im ersten und empfindsam introvertiert im dritten Satz, schließlich doch auch für angenehme Entspannung. Auch wer, ohne zu wissen, dass Schumanns musikalischer Gestaltungswille auf starke Gegensätzlichkeit gerichtet war, das Werk hörte, war nun von den wogenden Klavierwellen und dann wieder den scharf punktierten Figuren sowie vehement akzentuierten Akkorden, die das Ensemble markant setzte, sehr beeindruckt und fasziniert. Mit übermütiger Laune, Frische und Spielfreude gestaltete die Pianistin zusammen mit den beiden Streichern den zweiten Satz, das Galopp-Scherzo. Das Finale mit seiner glanz- und kraftvollen Thematik, die man schon ”Freudenmelodie und Glückshymne” genannt hatte, inspirierte die Musiker zu musikalisch hinreißendem Schwung, dem immer aufregend plötzlich sich kunstvolle Durchführungsabschnitte anschlossen. Aber auch das fein Musikalische, wie der hübsche Seitensatzgedanke, der wie ein Glockenspiel erklang, fügte sich reizvoll dazu. Der beifallsträchtige Schluss, den Schumann im Hinblick auf die pianistischen Fähigkeiten seiner Frau Clara geschrieben hatte, verfehlte natürlich auch in der virtuosen Darbietung hier durch Catherine Klipfel nicht seine Wirkung. Viel begeisterter Beifall also des Publikums, das noch Zugaben sich erklatschte: zwei Sätze ”Moderato und Très animé‘’ aus dem neoklassizistischen Klaviertrio (1916/7, rev. 1978) der französischen Komponistin Germaine Tailleferre (1892-1983), deren Musik sich des besonderen Interesses des Morgenstern Trios erfreut.

26.10.15

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